Stendell und seine Geschichte


Sein Name scheint von der Stadt Stendal in der Altmark übertragen worden zu sein, woher die Siedler im 12. Jahrhundert kamen. In Überlieferungen heißt es auch "Klein Stendal", oder "Stendellchen".

  • Die Lage des Ortes war günstig für einen Übergang durch den Welsebruch zwischen den sich nördlich und südlich hinziehenden Höhenzügen. In beiden Richtungen ist dieser Pass im frühen Mittelalter benutzt worden.
  • 1303 fand eine Schlacht zwischen Brandenburg und Pommern statt. Man vermutet deshalb, dass an dieser Stelle ein frühmittelalterliches deutsches befestigtes Schloss, oder eine Burg zur Sicherung des Bruchweges bestand. Es wird berichtet, dass noch 1712 Wälle und Schanzen zu sehen gewesen sind.
  • Mitten im Ort, im ehemaligen Gutspark, liegt halbkreisförmig angeordnet ein Erdwall mit davorliegendem Graben. Ehemals befand sich hier eine Kreisfläche von 15o bis 180m Durchmesser mit Wall und umlaufenden Graben. Da die Anlage von sumpfigen Wiesen umgeben war, lag sie während des größten Teiles des Jahres geschützt. Von hier aus konnte der Bruchweg gut überwacht werden.
  • Bei Ausgrabungen wurden Scherben von tongefäßen gefunden. Die Art der Fundstücke, ihre Formen und Verziehrungen verraten, dass es enei Anlage der damals hier lebenden Slawen ist, etwa im 9. Jahrhundert errichtet und bis zur Gründung des deutschen Dorfes um 1315 bewohnt wurde.
  • In großen Innenraum lag wahrscheinlich eine dörfliche Siedlung, zu der irgendwo ein Zugang durch Wall und Graben ging. Es ist anzunehmen, dass die Umgebung wie bei der gleichzeitigen ähnlichen Burgen festungsähnlichen ausgebildet war.
  • Wenn früher hier ein deutsches Schloss bzw eine feste Burg vermutet wurde, so zeigt der Burgwall, dass schon lange bevor der Ort Stendell von Deutschen angelegt wurde, ein slawische Siedlung bestand.
  • Ein Reihe von Geheimnissen liegen also in der Mitte des Dorfes bei dem Burgwall und macht ihn doch recht interessant.
  • Um 1250 wurde die Stendeller Dorfkirche erbaut. Auch sie befand sich am zentralen Platz in der Gemeinde, gegenüber der Wallanlage.
  • Im 30-jährigen Krieg verödete das Dorf durch Pest und Feuer fast völlig. 1652 waren nur noch drei Bauernwirtschaften ansässig. 1687 gab es noch 15 wüste Bauernstellen und 11 wüste Kossätenstellen. Die Hälfte der Höfe wurde nicht wieder besetzt, das dazugehörige Land wurde größtenteils dem Rittergut zugesprochen.
  • 1787 war der "Stendeller Krug" aber bereits wieder geöffnet und wurde von Bauern aus Schwedt mit Bier versorgt. 1805 zählte man in Stendell neben dem Rittergut schon wieder 11 Ganzbauern, 11 Kleinbauern (Bündner) und 11 Anlieger, meist Handwerker.
  • Zum Dorf gehörte ein Zollhaus, eine Försterei und ein Teerofen. Zum Rittergut gehörten eine Ziegelei, eine Schnapsbrennerei und das Vorwerk Herrenhof, das im 18 Jahrhundert angelegt wurde.
  • Bis nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die Welse die Grenze zwischen Brandenburg und Pommern. Bereits um 1900 wurde der Übergang mit einer Betonbrücke befestigt. Diese wurde jedoch in den letzten Kriegstagen 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Die 1947 gebaute Holzbrücke versah ihren Dienst über 40 Jahre lang.
  • 1994 - 96 wurden im Dorf Elektrokabel, Trinkwasser- und Erdgasleitungen verlegt. Stendell wuchs...
  • 2002 haben sich die Stendeller Bürger im Rahmen der Gemeindegebietsreform mehrheitlich für den Anschluss an die Stadt Schwedt entschlossen. Seit 01.01.2002 ist Stendell ein Ortsteil von Schwedt.
  • Ende 2005 organisierten sich einige Bürger und gründeten den Dorfverein Stendell 06 e.V.